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45 Jahre sind normalerweise tolle Jubiläen. 45 Jahre Verheiratet, oder auf der selben Arbeitsstelle.
Das ist schon was. Aber es gibt auch Traurige Anlässe. Ein solcher Anlass, ist die sogenannte „Ad hock“ Entscheidung von 1968.
Ad hoc [at hɔk] (lat. für „zu diesem, hierfür“) ist eine lateinische Phrase und bedeutet „für diesen Augenblick gemacht“ oder „zur Sache passend“. Zur Sache passend gemacht, wäre treffender!!
Seit nunmehr 45 Jahren, erzählt man uns, das „Hirntote“ Tod seien.

Und 45 Jahre ist es her, als eine Gruppe von Menschen, einfach den Tod des Menschen neu Definierte. Natürlich nur, um Patienten zu schützen. Vor was? Nun….
Die Definition des Hirntodes wurde von einer Kommission der Harvard Medical School „Definiert“. Vorher galt ein Mensch als tot, wenn seine Atmung und sein Herz stillstanden. Doch durch die Künstliche Beatmung und andere intensivmedizinische Maßnahmen lebten nun auch schwer Hirngeschädigte weiter. Allerdings befanden sich dann einige der Patienten im Koma. Die Kommission schlug also vor, ein „coma dépassé“ („irreversibles Koma“) als neuen Tod, nämlich den „Hirntod“zu definieren. Begründet wurde dies damit, das diese komatösen Patienten nie mehr gesund werden würden, und man deshalb die künstliche Beatmung einstellen könne, aber auch, und das ist meiner Meinung nach der Hauptgrund, um damit die Grundlage zur Beschaffung von Organen zur Transplantation zu schaffen. Dieser neue Tod wurde in den folgenden Jahren von vielen Ländern übernommen.
In Deutschland gilt man seit dem 9. Mai 1997 nach einer Hirntodfeststellung als verstorben.
Aber…
Wenn ich heute lese, was alles gemacht werden muss, um einen angeblich „Hirntoten“
zu stabilisieren, damit er nicht vor der Organentnahme, „vorzeitig Verstirbt“, frage ich mich:
Wie konnte zu damaliger Zeit, wo alle diese hochmodernen Intensivmedizinischen Mittel, bei weitem nicht zur Verfügung standen, ein „Hirntoter“ so lange überleben, das man extra eine Neudefinition des Todes erfinden musste?
Man sagt uns heute, das ein „Hirntoter“ nach eintritt des selben, so oder so bald „versterben“ würde, da alle Körperfunktionen , zwangsläufig, ohne Hirn, ausfielen. “        ( man höre und staune, er stirbt zweimal !! )
Also müsste doch ein „Hirntoter“ zu damaliger Zeit, erst recht schnell gestorben sein.
Warum dann also diese Entscheidung? Das Bernard genau ein Jahr zuvor, das erste Herz transplantierte, nun, diese Tatsache,hat die Vernunft geprägte Entscheidung der Harvard Kommission sicher nicht beeinflusst. Sicher auch nicht, das in Japan der Herzspezialist Sura Wada 1968 wegen Mordes an dem Menschen verurteilt wurde, dessen Organe er entnahm? Das man damals medizinisch nicht so weit war wie heute, ist sicher unbestritten. Menschen, die nach damaligen Kriterien, für „Hirntod“ erklärt wurden, würden heute vielleicht das Krankenhaus wieder lebend verlassen. Wie aber kam man damals überhaupt dazu, bestimmte Symptome, so zu deuten, das sie als Kriterien für einen nahen Tod herhalten mussten. Nun, man „bediente“ sich als erstes der Erkenntnisse die man bis dahin hatte.
All jene, die ohne künstliche Beatmung, die gleichen Symptome zeigten, und gleich darauf verstarben, mussten als Maßstab herhalten. Meiner Meinung nach, vergaß man dabei allerdings die Tatsache, das ein nun künstlich beatmeter wesentlich größere Chancen hatte, wieder zu gesunden. Vielleicht vergaß man es aber auch nicht !

Man brauchte schließlich ein Kriterium, aufgrund dessen man ungestraft Organe entnehmen konnte. Fortan wurden viele im Namen der Wissenschaft geopfert. Wieviele von diesen armen Geschöpfen heute noch leben könnten, weiß kein Mensch. Denn ….jetzt war man gezwungen, diesen Patienten den Saft abzudrehen.
Wollte die Familie keine Organspende, mußte man, genau wie heute auch, alle Geräte abstellen.
Man konnte schließlich nicht als Tod definierte Menschen an der Maschine lassen, und sie weiter versorgen, während man dem Bettnachbarn, als vermeintlich Toten, seine Organe entnahm! Einige wenige haben das Abschalten vielleicht überlebt, das Gros wahrscheinlich nicht.
Viel anders ist es bis heute nicht. Selbst viele Ärzte sagen heute, das viel zu wenig für Hirnverletzte getan wird. Es könnten, bei den heutigen Möglichkeiten, sicher weitaus mehr überleben.
Aber im hinblick auf eine Organentnahme, und der Tatsache, das ein Krankenhaus eine gewisse Zahl an Transplantationen vorweisen MUSS, wage ich zu bezweifeln, das wirklich alles menschen mögliche getan wird. Wenn der Arzt glaubt, einen irreparablen Koma patienten vor sich zu haben, und eine Hirntodfeststellung in Erwägung zieht, ist dessen Schicksal eigentlich besiegelt. Laut Ärzten gibt es immer weniger Hirntote, und diese sind nun einmal für eine Organentnahme von Nöten.
Viele bezweifeln das Ärzte so vorgehen könnten, oder wollen es bezweifeln, damit ihnen nicht der Glauben an die Ärzte verloren geht. Ich habe den nicht verloren, bin aber trotzdem davon überzeugt, das Ärzte sich eine solche Chance nicht entgehen lassen. Natürlich nur, um andere „zu retten“ und „ein neues Leben“ zu schenken.

Ärzte wollen schließlich nur unser bestes.

…oder wie sehen Sie das…